Mobbing hat langfristige Folgen

Früher waren Menschen darauf angewiesen, in Gemeinschaften zu leben, um sich vor Gefahren zu schützen. In der heutigen Zeit müssen wir zwar nicht mehr vor Säbelzahntigern flüchten oder befürchten, zu verhungern, dennoch sind soziale Beziehungen wichtig für uns.

„Soziale Ausgrenzung ist eine existenzielle Bedrohung.“

Einsamkeit erhöht das Risiko für Erkrankungen und führt zu Dauerstress. Soziale Bindungen stärken hingegen unser Immunsystem und schützen das Herz. Nicht nur ältere Menschen leiden unter Einsamkeit und das trotz unserer heute so guten Vernetzung. Einsamkeit kann eine Folge von Mobbing sein. Mobbing entsteht meist vor allem in „Zwangsgemeinschaften“, zum Beispiel Schule und Uni, Arbeits- oder Ausbildungsstelle.

Im Unterschied zu unbewusster Ausgrenzung geschieht Mobbing absichtlich, systematisch und meist über einen längeren Zeitraum.

Die Ursachen für Mobbing können verschieden sein, oft ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie zum Beispiel:

  • Jemand ist „anders“ (und weicht von der Norm ab)
  • Neid
  • Aufwertung der eigenen Persönlichkeit
  • Konkurrenz
  • Unzufriedenheit
  • niedriges Selbstwertgefühl, Unsicherheit
  • geringe Offenheit/Toleranz

Im Arbeitsumfeld sind zudem häufig folgende Ursachen zu finden:

  • Stress, Unterforderung, Überforderung
  • Machtmissbrauch
  • Führungsschwäche
  • mangelnde Kommunikation

Einige Faktoren gehen Hand in Hand. Die häufigste Form von Mobbing ist aktuell Cybermobbing, dieses kann rund um die Uhr stattfinden. Cybermobbing bietet Tätern einen gewissen Schutz, es ist schwerer, als bei direktem Mobbing, sie ausfindig zu machen. Was aber bewegt Menschen, zum Täter zu werden und andere Personen zu mobben? Was geht in ihren Köpfen vor? Die Mobber des Youtubers „Drachenlord“ haben einiges auf sich genommen, um ihm zu schaden. Sie fuhren kilometerweit, um ihm aufzulauern und seinen Wohnbereich zu belagern. Sie erstellten Fakeprofile und täuschten eine Liebesbeziehung vor, alles „nur“, um ihn bloßzustellen.

Nonverbales Mobbing – für das Umfeld oft unsichtbar

Ebenfalls perfide Formen von Mobbing sind zudem verbales und nonverbales Mobbing. Nonverbales Mobbing geschieht subtiler, es ist aber nicht weniger aggressiv als körperliches. Ständig mit hämischen Blicken und Gesten belästigt zu werden kann leider sehr zerstörerisch sein. Ausgrenzung und das nicht-über-wichtige-Dinge-informiert-werden, schmerzen und schmälern das Selbstvertrauen. Diese Art von Mobbing ist zudem schwer nach außen zu kommunizieren, für das Umfeld oft unsichtbar und wird oft als Lappalie abgetan. Verbale Drohungen, Beleidigungen und das Verbreiten bösartiger Gerüchte sind ebenfalls Mobbingattacken, die leicht übersehen werden (wollen). Dabei ist seelischer Schmerz genauso schlimm wie körperlicher.

Bei sozialer Ausgrenzung werden im Gehirn ähnliche Regionen aktiv, wie wenn uns körperlicher Schmerz zugefügt wird. Mobbing hat oft langfristige Folgen für Körper und Seele.

Nicht selten entwickeln sich hieraus kurzfristig Gereiztheit, Wut und Konzentrationsprobleme, später auch Traumatisierungen, Depressionen, soziale Phobien, Panik- oder Angststörungen. Allerdings zeigen sich die Folgen nicht nur körperlich oder psychisch, sondern können sich auch im Beruf und innerhalb von Partnerschaften und Freundschaften bemerkbar machen. Im Übrigen leiden auch Täter unter den Folgen, oft haben sie selbst Mobbing erlebt. Sie nutzen Mobbing nicht selten als psychologische Schutzfunktion. Dennoch gibt es keine Rechtfertigung für Mobbing und in Sachen Aufklärungsbedarf ist noch immer Luft nach oben.

Ich persönlich habe mehrere Arten von Mobbing erlebt, besonders schlimm war aber die Tatsache, dass mich niemand schützte. Insbesondere als Kind hätte es Autoritäten gebraucht, die das getan hätten. Sie haben aber trotz offensichtlicher Attacken weggesehen, manche Autoritäten haben sich sogar beteiligt. Vermutlich waren sie überfordert mit der Situation und andere hatten wahrscheinlich Angst, die Täter ebenso gegen sich aufzubringen. Das spricht sie allerdings nicht frei. Inzwischen habe ich meinen Frieden damit, das habe ich jedoch allein und mit Unterstützung von lieben Menschen geschafft. Ernsthafte Entschuldigungen gab es nie und es wird sie von Mobbern wohl auch nicht (oder selten) geben.

Hast du selbst Mobbing erlebt? Wie bist du damit umgegangen?

In den folgenden Posts werde ich mich den Themen: Ausgrenzung einer gesamten Bevölkerungsgruppe, und Mobbing – sind die Gemobbten selbst Schuld?(Die Suche nach dem Sündenbock) widmen.

[1] https://www.mobbing-beenden.de

[2] https://www.spektrum.de/

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