Die ungeliebte Komfortzone

Viele Menschen empfinden die Komfortzone als etwas Negatives. Kein Wunder, denn uns wird immer suggeriert, dass die Komfortzone, die faule Basis ist und dass wir da so schnell wir möglich hinausmüssen. Schließlich könnten wir nur außerhalb der Komfortzone wachsen, so wird es zumindest behauptet.

Außerhalb der Komfortzone entsteht Stress

Es gibt daher zahlreiche Tipps, wie man „in seine Kraft kommt“ und die „Komfortzone verlassen“ kann. Was vielleicht weniger bekannt ist, ist dass wir außerhalb unserer Komfortzone immer in Stress geraten. Unser Körper schüttet Cortisol (ein Stresshormon) aus. Kurzfristig hilft uns das, Belastungen und Schmerzen zu überstehen. Langfristig beeinträchtigt Stress aber unsere Gesundheit, zum Beispiel unseren Schlaf und die Konzentration.

Ab welchen Moment wir in Stress geraten und wie stark dieser Stress für uns ist, kann individuell unterschiedlich sein. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich mal mit dem „Window of tolerance“ beschäftigen.

Stress ist nicht gleich Stress, neben den negativen gibt es auch positiven Stress.

EustressDistress
positiver Stress
herausfordernd, aber zu bewältigen
neben Phasen der Anspannung gibt es ebenso Phasen der Entspannung
– stimmt optimistisch, wirkt motivierend
negativer Stress
überfordert, löst Gefühle von Hilf- und Handlungsunfähigkeit aus
entspannende Phasen fehlen
führt zu Angst, Erschöpfung, Gereiztheit

Sicherheit als Voraussetzung für Wachstum

Brauchen wir nun Stress, um zu wachsen und erfolgreich zu sein? Nein, wir brauchen eine gewisse Sicherheit, Gewohnheit und Unterstützung, um uns weiterzuentwickeln. Persönlichkeitsentwicklung funktioniert nicht unter starkem Stress.

Es mag sein, dass Personen, die „von Natur aus“ entspannter sind, einen gewissen Stress als Antrieb brauchen, aber das trifft nicht bei jedem Menschen zu. Ich denke, mancher kann also in Ruhe und ohne Druck (von außen) am besten wachsen.

Es gibt unterschiedliche Modelle der Komfortzone. Laut einigen Modellen müssten wir lediglich aus der Komfortzone hinaus, dann in die Angst hinein und dann würden wir in den „Wachstumsmodus“ gelangen. So eine Behauptung halte ich für grob fahrlässig.

In einem Angst- und Panikmodus können wir nicht wachsen, alles was wir dort brauchen ist Sicherheit. Wenn wir in diesem Modus aber noch zusätzlich Druck erhalten und Empfehlungen, wie „Überwinde dich doch mal!“ dann hilft das gar nicht. Im Gegenteil, es verschlimmert die Situation noch. Wenn alles zu viel ist, dann ist kein Wachstum möglich.

Gefordert aber nicht überfordert

Lernen und Entwicklung geschehen, wenn wir gefordert und manchmal auch LEICHT überfordert sind. Aber nicht permanent. Wir sollten uns immer noch wohlfühlen. Hierfür spielen auch wertschätzende Lehrer und Mentoren eine wichtige Rolle.

Wir brauchen Gewohnheiten und Rituale. Wir brauchen Normalität und Komfort. Dann können wir unsere Grenzen gezielt erweitern, nicht wenn wir uns allem ausliefern.

Die Komfortzone als Faulheitszone abzuwerten ist fatal, denn sie ist unsere Lebensgrundlage. Diese Disqualifikation führt eber zu Stagnation als zu Entwicklung. Unser Leben beginnt also NICHT am Ende der Komfortzone. Die Komfortzone ist viel mehr ein wichtiger Teil unseres Lebens.

(1) Der Spiegel

(2) Karrierebibel

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ruhrköpfe sagt:

    „Die Dosis macht das Gift“ 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Sara sagt:

      Da hast du Recht! Wie bei so vielen Dingen kommt es auf sie Dosis an. ❤️

      Gefällt 1 Person

      1. Ruhrköpfe sagt:

        danke dir :-*

        Gefällt mir

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