Die Welt im slow mode

Corona hat uns überrascht und das innerhalb von wenigen Tagen. Die Gefühle der meisten Menschen schwankten zwischen Panik und Belustigung. Im Februar war Corona hierzulande noch „mal wieder so ein Virus.“ Irgendwo in China. Ein Virus, welchem man eigentlich keine Beachtung schenkt – die Ratio sagt, hier droht keine Gefahr. Dann gab es erste Hamsterkäufe, die Medien zeigten erste Zahlen über Infektionen und Statistiken über die rasante Ausbreitung des Corona-Virus. „Weniger gefährlich als eine Grippenwelle“ hörte man von Virologen und Biologen.

Corona-Virus bricht nicht bei jedem aus

In China sind mittlerweile 80 % der an Corona Erkrankten wieder gesund. Ein gutes Zeichen, oder nicht? Selbst wenn es so sein sollte, dass es sich insgesamt 70% der Deutschen anstecken, kann es sein, dass das viele davon gar nicht mitbekommen. Corona muss keine Symptome nach sich ziehen. Aber wir müssen sorgsam und vorsichtig sein, um Kinder und ältere Menschen oder Personen mit Erkrankungen zu schützen. Warum sind wir dann so panisch? Weil Corona zu wenig erforscht ist und wir dazu neigen, auf Statistiken zu vertrauen, ohne sie unbedingt zu verstehen. Die Verläufe von Grippe-Erkrankungen sind auch nicht zu 100 % abschätzbar und trotzdem gibt das Wissen hierüber, vielen Menschen ein sichereres Gefühl. Studien, Zahlen und Fakten geben den Meisten Sicherheit, aber sie können auch verunsichern.

Innerhalb der letzten Tage spitzte sich die Lage zu, erste Verschwörungstheorien tauchten auf. Panikkäufe animierten zu weiteren Panikeinkäufen. Panik – die eben nicht mehr nur im Kopf stattfindet. Panik ist ansteckend, sie steckt andere an, die vorher nicht panisch waren. In Panik befinden wir uns im Überlebensmodus. Das kann zum Tunnelblick führen, ohne Rücksicht auf andere Personen zu nehmen.

Überlebensmodus in der Überflussgesellschaft

Zugegeben, es löste auch bei mir ein merkwürdiges Gefühl aus, vor leeren Regalen zu stehen. Sind wir es doch gewohnt, ohne große Umstände das zu bekommen, was wir wollen. Wir leben im Überfluss mit ausreichend Alternativen. Das Gefühl, nicht das zu bekommen was wir dringend benötigen, triggert natürlich. Die, denen der Überlebensmodus bekannt ist, eher als andere. Und doch spürte ich heute ein Gefühl des Friedens. Eine Atmosphäre der Ruhe, Vorsicht und schon fast eines der Sanftheit. Wir sehen Hilfsbereitschaft und Solidarität, wie sonst selten. Man spürt Zusammenhalt und Füreinander da sein. Und: Es wirkt, als drehe die Welt sich gerade langsamer. Das ist etwas, was ich grundsätzlich gut finde. Ich selbst lebe seit einiger Zeit „slowly“, mein kompletter Lebensstil ist langsamer und passt dadurch immer schwerer zur Schnelllebigkeit. „Slow living“ ist etwas, was uns helfen kann, wieder mehr im Moment zu leben, seltener in Gedankenchaos zu versinken und uns Zeit für das zu nehmen, was wirklich wichtig ist. Zeit für das Miteinander mit unseren Lieben, aber auch für uns selbst, für unseren Körper, die Seele. Zeit herauszufinden, welchen Weg wir eigentlich gehen wollen.

Und wie geht es gerade mit allem?

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