Wenn Selbstbewusstsein als Egoismus verstanden wird

Viele von uns haben vielleicht Selbstbewusstsein als Egoismus kennen gelernt. Wenn wir zum Beispiel nicht stolz darauf sein durften, etwas erreicht zu haben. Wenn eine gute Note selbstverständlich war, oder wenn wir uns über eine (für uns schwierige), aber bewältigte Situation nicht freuen durften. Denn dies wäre ja ein sich-über-den-anderen-erheben gewesen und egoistisch.

Eigenlob stinkt und Selbstliebe ist angeboren. Das sind Glaubenssätze, wie sie viele kennen.

Um Selbstbewusstsein aufbauen und entwickeln zu können, ist es aber notwendig, sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Ein Lob für etwas, was uns schwerfiel und was wir bewältigt haben, hat nichts mit Egoismus zu tun. Wir können stolz auf etwas sein, was wir geschafft haben. Nichts, aber auch gar nichts ist selbstverständlich. Häufig gilt allerdings Altruismus als das Gegenteil von Egoismus.

Selbstlob ist fantastisch und Erfolge zu feiern, ist ausdrücklich erlaubt!

Ein Verbot, sich selbst „richtig“ fühlen und loben zu dürfen, kann kein gesundes Selbstbewusstsein hervorbringen. Wir können es aber lernen, uns selbst zu loben und unser Selbstbewusstsein stärken. Dabei geht es nicht darum, nur Anerkennung von außen zu erhalten. Es geht vor allem darum, dass wir uns selbst mit uns richtig und gut fühlen können. Dass wir uns nicht mehr länger verstellen müssen. Wir sollten unsere Erfolge auch nicht klein halten, nur damit sich andere Menschen nicht angegriffen fühlen.

Haben wir das allerdings lange so gemacht, weil wir es nicht anders konnten, oder von unserem Umfeld nicht anders akzeptiert wurden, benötigen wir natürlich Zeit. Zeit, um unser Denken und Fühlen zu verändern. Wir sind nicht für die Gefühle anderer Menschen verantwortlich. Sofern wir niemanden absichtlich damit schaden.

Wir sollten wir uns somit auch nicht für Dinge entschuldigen müssen, die nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen. Und sind demnach auch nicht dafür verantwortlich, wenn andere beleidigt sind, weil wir selbstbewusst handeln.

Wir tragen nicht die Verantwortung für die Gefühle unserer Mitmenschen

Wir sollten also prüfen, wo unsere Verantwortungen liegen. Für Situationen, die in unserem Verantwortungsbereich liegen, sollten wir natürlich Verantwortung nehmen.

Dass wir studieren dürfen in Deutschland, dass wir eine freie Berufswahl haben, dass wir uns politisch engagieren dürfen und frei reisen dürfen, all das war für ein Teil Deutschlands nicht immer möglich, wie wir wissen. Für viele Länder ist das auch heute noch nicht möglich. Da wir dies wissen, können wir mitunter unsere Privilege eher schätzen. Die Verantwortung fängt aber schon in kleineren Situationen an, zum Beispiel wenn du dich nicht so verhälst, wie es ein Bekannter oder ein Familienmitglied von dir erwartet.

Leider gehen manche Menschen, (nicht immer bewusst) hier schnell in die Schuldzuweisung und Manipulation. Wir haben vermutlich nur ein einziges Leben, sollten wir das wirklich damit verbringen, uns allein nach den Vorstellungen und Bedürfnissen Anderer zu richten?

Erlaube dir, selbstbewusst sein zu dürfen

Das geht natürlich nicht alles von heute auf Morgen. Wie bei den meisten Veränderungen, ist es ein Prozess, selbstbewusst zu werden. Vor allem dann, wenn du es lange nicht sein durftest und konntest. Der erste Schritt ist demnach, es dir überhaupt zu erlauben, selbstbewusst sein und handeln zu dürfen. Vielleicht ist es bei dir so, dass du zwar ein selbstbewusster Mensch bist, aber es dich häufig nicht traust, zu sein.

Mir selbst geht es manchmal noch so, dass ich zwar selbstbewusst denke, aber im entscheidenden Moment nicht so selbstbewusst handeln kann, wie ich es mir wünsche. Auch das ist okay, wie gesagt benötigt eine solche Veränderung Zeit.

Wenn du Selbstbewusstsein aufbauen und stärken möchtest, gib dir auch hierfür Zeit. Lass dich aber von deinem Umfeld nicht beirren. Suche dir stattdessen Menschen die dich in deinem Selbstbewusstsein stärken und die dir helfen zu wachsen.

Selbstfürsorge lernen

Eng verknüpft mit dem Selbstbewusstsein ist meiner Meinung nach auch die Selbstfürsorge. So wie du auch Selbstbewusstsein aufbauen kannst, so kannst du auch die Selbstfürsorge lernen. Das bedeutet, dass du ganz bewusst deine Bedürfnisse wahrnimmdt und schaust was du und dein Körper brauchen.

Selbstfürsorge sollte ein wichtiger und selbstverständlicher Teil deines Lebens werden. Integriere Selbstfürsorge schon in kleinen Dingen in deinen Alltag. Selbstfürsorge kann ebenfalls bedeuten, angemessen Grenzen zu setzen. Auch hierbei gilt, dass du nicht für die Gefühle anderer Menschen verantwortlich bist. Du musst also nicht anderen Menschen zuliebe zum Beispiel an Veranstaltungen teilnehmen, oder ein Ehrenamt übernehmen, was du überhaupt nicht möchtest. Selbstfürsorge bedeutet auch, dass du dich negativen Gefühlen stellst. Im gleichen Zuge bedeutet die Selbstfürsorge auch Wertschätzung und Anerkennung dir selbst gegenüber.

Alles Liebe, 🌷🌻

Sara

❤️

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s