Was das Laufen (in der Natur) für mich bedeutet

Laufen ist für mich 10 in 1

Wie versprochen gibt es einen Blogartikel zum Thema Laufen (in der Natur) und was ich damit verbinde. Laufen ist ein wichtige Ressource, wie ich finde. Ich habe 10 für mich wichtige Dinge gefunden, die ich mit dem Laufen verbinde und alle sind auch irgendwie miteinander verbunden.

1. Freiheit und Selbstbestimmung

Laufen bedeutet für mich Selbstbestimmung und Freiheit, beides ist mir sehr wichtig. Die Freiheit wird mir immer besonders dann bewusst, wenn ich die herrliche Landschaft über die weiten Felder kilometerweit überblicken kann. Ich lebe mit der Selbstbestimmung, mich mit meinen Füssen jederzeit dorthin bewegen zu können, wo ich möchte und das ist ein riesiges Geschenk. Ich hatte mir als Teenager mal den Fuß und später einmal beide große Zehen gebrochen. In Folge dessen, war das normale Laufen logischerweise über mehrere Wochen lang nicht möglich. Diese Einschränkung empfand die „Waldläuferin“ (wie mich einer meiner ehemaligen Nachbarn liebevoll nannte) als Bestrafung. Andererseits geht damit natürlich auch eine große Dankbarkeit einher, dass ich mich im Normalfall mit beiden Füssen fortbewegen kann. Selbstbestimmung heißt auch, ich bin nicht auf Andere angewiesen, wir alle wissen, dass dies nicht jedem möglich ist. Laufen ist Freiheit pur.

2. Hobby

Laufen ist Hobby und das schon sehr lange, so wie es eine Zeitlang das Schwimmen war, wenn ich Laufen gehe, fühle ich mich wohl, ich habe Spaß daran. Es ist kein Zwang. Das Laufen verbinde ich meist mit einem weiteren Hobby von mir, der Fotografie. Wenn ich draußen bin, darf die Kamera nie fehlen. Besonders gefällt mir die Macrofotografie, ich nenne es auch achtsame Fotografie. Mit der Macrofotografie werden feine Strukturen und Details sichtbar, die das bloße Augen nicht sieht. Beispielsweise die Struktur eines Blattes. Das fasziniert und begeistert mich immer wieder aufs Neue hin. Mir gefällt außerdem auch die mittlerweile große Auswahl an bunter Sportkleidung, die auch Lust auf das Laufen macht. Die Kleidung darf dann auch mal kosten, Laufen muss nicht grau sein. Wobei es auch schöne, graue Softshelljacken gibt. 😉

3. Natur, Wald und frische Luft

Laufen verbinde ich so gut wie immer mit einem weiteren großen Hobby, nämlich der Natur. Darf man die Natur eigentlich als Hobby bezeichnen? Ich verbringe einfach sehr gerne Zeit in der Natur, die Natur wertet nicht. Besonders der Wald hat es mir angetan. Ich liebe den Geruch der Bäume und Blätter, das Zwitschern der Vögel, das Rauschen von den Bäumen und ganz besonders die Ruhe, die so angenehme und gleichzeitig inspirierende Ruhe. Es ist etwas Besonderes für mich, Tiere zu beobachten und ganz unabhängig vom Wetter zieht es mich täglich nach draußen. Wirklich schlechtes Wetter gibt es für mich nicht, denn selbst an grauen Novembertagen, gibt es so viel zu sehen. Die Macrofotografie mit Regentropfen ist für mich zusätzlich etwas, was mich sehr begeistert, wenn die Tropfen wie glänzende Perlen an Grashalmen hängen – das ist einfach einzigartig. Solche Aufnahmen kommen auch nur bei Regen oder nach Regenwetter zustande.

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4. Meditation

Das Laufen bedeutet ebenso Meditation für mich. Ganz bewusst bei mir sein, mir Zeit nur für mich selbst zu nehmen. Im Sommer setze ich mich täglich meist eine Zeitlang (so lange es der Rücken zulässt) ins Gras, um zu meditieren. Das bedeutet mir auch sehr viel und ich möchte die Meditation (in der Natur) nicht in meinem Leben missen. Für mich ist die Meditation Draußen im Freien auch noch befreiender als Drinnen. Danach fühle ich mich meist erfrischt, sanft, aber auch voll mit neuer Power und Energie. Auch die ganz klassische Meditation kann ich sehr empfehlen, die regelmäßige Meditation, ganz gleich ob geführt oder nicht geführt, kann sehr hilfreich für ein bewussteres Leben im Allgemeinen sein. Ich meditiere selbst seit 1,5 Jahren und bin immer noch überrascht über die vielen Veränderungen. Durch Meditation kann ich soviel gelassener und innerlich ruhiger sein, gleichzeitig ist mein Vertrauen in meine Intuition gestiegen und meine Selbstakzeptanz hat sich enorm gesteigert.

5. Sport und Bewegung

Natürlich bedeutet Laufen für mich auch Bewegung und gleichzeitig Sport, das muss aber kein Hochleistungssport sein. Ganz im Gegenteil! Warum nicht das Laufen mit allen Sinnen bewusst genießen? Das Joggen habe ich mittlerweile an den Nagel gehängt und wechsele meist zwischen Powerwalking und normalem (Spazieren) gehen. Das mache ich je nach Laune, ganz ohne Zwang. Die Kilometeranzahl ist mir mittlerweile egal, ich habe eine Fitnesstracker, der mir die gelaufenen Schritte anzeigt. Es ist aber für mich keine Katastrophe, wenn ich mein gestecktes Ziel von täglich 12.500 Schritten nicht erreiche. Seit ich selbstständig bin, bin ich jedoch meistens etwas drüber mit ca.15.000 Schritten. Täglich sind es etwa 2-3 Stunden, die ich mit bewusstem Laufen (in der Natur) verbringe. Das ist natürlich auch nur deshalb so möglich, weil ich mir meine Zeiten selbst eintakten kann. Im Winter laufe ich meist schon vormittags, im Sommer meist erst am frühen Nachmittag. Oft laufe ich auch 2x Mal täglich, meist mindestens 1,5 h Stunden Vormittags/Mittags und abends noch einmal eine kürzere Runde. Vor ein paar Jahren war es noch so, dass ich meinte jeden Tag eine gewisse Kilometerzahl laufen zu müssen und regelmäßig eine bestimmte Anzahl an Bahnen im Schwimmbad schwimmen zu müssen. Später waren es dann immer mehr Kilos, die ich im Fitnessstudio wuchten „musste“, die Wiederholungen sollten sich steigern und die Wattzahl auf dem Crosstrainer sowieso. Sicher ist Leistungssport besser als gar kein Sport. Aber ein Übertreiben ist nicht zweckmäßig und kann unangenehme Folgen wie Schmerzen und Verletzungen haben. Mittlerweile leiste ich also nicht mehr, ich lebe bewusst. Laufen ist Leben und ein sich Spüren!

6. Schmerzmittel

Ein Antrieb zum Laufen sind (leider) auch meine chronischen Rückenschmerzen. Seit fast 20 Jahren sind sie mein treuer Begleiter. Laufe ich wenig, bekomme ich die Quittung meist auch kurz darauf von meinem Rücken, der sich mit Blockaden bei mir bedankt. Dank knapp 10 Jahren mehr oder weniger, regelmäßiger Physiotherapie, kann ich viele Blockaden zwar selbst lösen, aber keine blockierten Wirbel wären mir natürlich lieber. Wenn ich viel und regelmäßig laufe, spüre ich weniger Schmerzen, es gibt Tage, da spüre ich die Schmerzen sogar fast gar nicht. Aber einen wirklich schmerzfreien Zustand kenne ich, glaube ich gar nicht mehr. Natürlich könnte ich mir Schmerzmittel einwerfen, die Schmerzen sind damit, dass ich sie nicht mehr spüre allerdings nicht verschwunden. Außerdem spüre ich mit Schmerzmitteln auch sonst nicht mehr viel und fühle mich wie ein Stein. Daher sind die Pillen für mich keine Alternative- lieber soviel Bewegung wie möglich. Für alle die auch Rückenschmerzen haben, das Laufen hilft wirklich auf eine sanfte Art und Weise, die verspannte Muskulatur zu entspannen. Mit täglich zusätzlich ein paar Minuten Rückenübungen kann man auch mit chronischen Erkrankungen relativ schmerzfrei leben. Zugegeben, für die Rückenübungen bringe ich auch nicht immer die nötige Motivation auf. Ein paar Minuten am Tag kann aber jeder schaffen, oder zumindest 2,3 Mal in der Woche. Das muss kein einstündiges Workout sein, je nach Beschwerden sollte man auch unbedingt darauf achten, die Übungen dem Beschwerdebereich anzupassen. Ansonsten können sich die Schmerzen noch verschlimmern. Laufen ist auf Jeden Fall ein gutes und sinnvolles Ganzkörperworkout. Dafür werden keine aufwendigen oder teuren Gerätschaften benötigt, einfach nur ein paar gute Laufschuhe und angenehme Kleidung.

7. Inspiration

Oft kommen mir beim Laufen neue Ideen und Gedanken, es ist daher auch eine großartige Inspirationsquelle. Gleichzeitig verschwinden oft negative Gedanken und Grübeleien. Laufen hebt also wie ich finde, einerseits die Laune, es macht aber auch kreativ. Bei verschiedenen Situationen, überlege ich manchmal eine ganze Weile. Beim Laufen kam mir dann schon öfter eine zündende Idee. Laufen motiviert mich auch immer wieder neu, es gibt mir Energie, mich auch an herausfordernde oder unliebsame Aufgaben zu wagen.

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8. Ausgleich zur Arbeit

Ich laufe schon seit einigen Jahren und das Laufen half und hilft mir dabei, von der Arbeit abzuschalten, auf andere Gedanken zu kommen, aber auch neue Ideen zu entwickeln. Da ich eine Arbeit mache, die kognitiv anstrengend sein kann, ist es wichtig einen guten Ausgleich zu finden. Aber auch bei körperlich anstrengender Arbeit kann man eine entspannende Sportart zum Ausgleich ausüben. Yoga soll sich da zum Beispiel ganz gut eignen. Meine Arbeit erledige ich zum Großteil im Sitzen, für mich ist es daher wichtig, einen Sport zu machen, bei dem ich mich auch richtig mal auspowern, aber gleichzeitig entspannen kann. Auf Jeden Fall ist die Bewegung bei sitzenden Tätigkeiten besonders wichtig, bei mir sowieso, wegen der Schmerzen. Fahrrad eignet sich übrigens nicht so gut, wenn man bereits schon 8 Stunden lang im Büro saß.

9. Antidepressiva

Welches Antidepressiva nimmst du? – Wald!

Das Laufen ist für mich eine Art Antidepressiva, es macht glücklich, ich spüre das immer wieder erneut, wie mein Wohlbefinden dadurch steigt. Wenn ich mir wieder einmal zu viele Gedanken mache, lösen die sich oft beim Laufen, auch mein Stresspegel sinkt. Außerdem kann ich beim Laufen so sein, wie ich bin, niemand bewertet mich. Ich kann auch Grimassen schneiden 😉 oder Emotionen zeigen, der Wald bewertet das nicht. Gleichzeitig fühle ich mich beim Laufen auch selbstbewusster und aktiver. Ich fühle mich danach immer gut und erfrischt, ähnlich wie bei der Meditation. Laufen macht Mut- Wenn sich wieder einmal Selbstzweifel eingeschlichen haben, gibt mir das Laufen neue Kraft und Mut. Das ist ebenfalls ähnlich, wie bei der Meditation.

10. Täglich kleine Erlebnisse „to go“

Beim Laufen entdecke ich täglich neue Dinge, meist sehe ich Tiere, die sich sonst eher verkriechen, aber auch interessante Pflanzen, oft auch lustige Dinge. Letztens habe ich zum Beispiel einen Schnuller am Ast eines Baums hängen sehen. Einige Zeit davor stand mal mitten im Wald ein Einkaufswagen. Manchmal treffe ich Menschen mit oder ohne Hund, manchmal ergeben sich Gespräche. Allein darüber könnte ich schon wieder eine Blogartikel schreiben. 🙂 Manche Hundebesitzer meinen, ich müsste ihren Hund erziehen mit den Worten „Wenn er sie anspringt, müssen ihm sagen, dass er das nicht tun darf“ Ach ja, muss ich das? Vermutlich bei manchen Herrchen und Frauchen schon, wenn ich nicht will, dass der Hund mir liebevoll seine Pfoten und den Hals legt. Andere haben sich schon entschuldigt, als ihr Hund nur in meine Nähe kam. An einem heißen Sommertag, lief mir mal ein junger Mann über den Weg, nur mit Shorts begleitet und fragte mich, ob ich einen Freund habe. Ich habe auf meinen Ehering gezeigt und gesagt, bin verheiratet. Damit war das spontane Speeddating zu meiner Freude beendet. Aber zum Schmunzeln war es trotzdem.

Das sind meine Erfahrungen, Erkenntnisse und Motivation, die ich mit dem Laufen vorzugsweise im Wald verbinde, jetzt bin ich neugierig auf euere. 🙂

Was verbindet ihr mit dem Laufen?

Demnächst wird es übrigens auch einen Gastartikel und zwei Interviews geben, ich freue mich schon sehr darauf und bin ganz gespannt. 🙂

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