Der Anfang ist alles!

„Aller Anfang ist schwer!“
„Du musst nur anfangen!“
“Der Anfang ist alles!“

Solche und ähnliche Sätze hört man oft. Ich frage mich allerdings, ob das wirklich so ist. Ist der Anfang wirklich ALLES?

Ich empfinde vor allem das langfristige Dranbleiben an einer Sache als schwierig. Aber nicht deshalb, weil ich kein Durchhaltevermögen habe, denn das habe ich auf jeden Fall.

Ich habe nie aufgegeben.

Ich lege mich einfach nur ungern auf eine einzelne Sache fest.

Festlegen – Gebundenheit ohne Ausweg?

Für mich ist also nicht das „Dranbleiben“ selbst schwierig, das Problem ist eher das „Festlegen„. Wahrscheinlich ist es die Angst vor einer Gebundenheit ohne Ausweg. Einer Verbindung ohne Hintertür. Einem Gefängnis.

Eine zu enge Gebundenheit nimmt mir die Luft zum Atmen. Für mich ist also eine zu enge Bindung an Menschen oder Situationen, schwerer als ein Neuanfang. Ein Neubeginn wäre schwieriger, wenn ich meine Situation, wie sie ist, okay finden würde und keinen oder wenig Grund zur Veränderung sehe. Dann ist der Neuanfang ja wahrscheinlich auch nicht notwendig.

Mut und Chance auf Verbesserung
Wenn mich meine Situation aber sehr unzufrieden sein lässt, dann suche ich nach Wegen. Das heißt nicht, dass ein neuer Anfang ein Kinderspiel wäre. Ganz im Gegenteil – Ein Neustart und neuer Anfang sind immer mit Mut und Kampf verbunden. Aber mit dem Ziel und der Chance auf Verbesserung der Situation, im Fokus, ist es leichter sich selbst zu motivieren.

Ich empfinde es als schwierig, unzufriedenstellende Situationen auszuhalten. Ganz ohne zu jammern, gibt es denke ich für jeden Menschen Situationen, die langfristig sehr belastend und schwer auszuhalten sein können. Das Leben sollte doch lebendig sein, es sollte kein Aushalten oder ewig in Belastungen verbleiben sein.

Reflexion des eigenen Tuns

Im Grunde fängt man immer wieder neu an, beispielsweise kann jede Woche Montag ein kleiner Neuanfang sein. Für mich ist der Montag wirklich ein kleiner Minineustart, seitdem ich Freiberuflerin bin. So gesehen kann man und wahrscheinlich ist das auch sehr sinnvoll, immer wieder neu beginnen.

Gleichzeitig geht der Neustart aber auch mit Beständigkeit einher. Manchmal änderst du einfach nur die Technik und bleibst gleichzeitig an einer Sache dran. Ich meine damit nicht eine Überoptimierung, aber ich finde ein regelmäßiges Überprüfen und Hinterfragen des eigenen Vorgehens extrem wichtig. Denn egal was du neu beginnst, du bist nie „fertig“. Mutiger als den Neuanfang an sich, empfinde ich also einen Neustart mit Regelmäßigkeit, Beständigkeit und Zuverlässigkeit, sowie eine authentische Leidenschaft für das eigene Tun.

Neustart bedeutet für mich auch ein „Nicht aufgeben„. Manchmal ist es nur eine Winzigkeit, die eine Veränderung und Verbesserung der Situation bringt. Manchmal sind es aber auch größere Schritte und viel Kraft, Ausdauer, oder auch Schmerzen.

Was bedeutet für Euch Neuanfang? Ist der Anfang alles?

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